Blindzylinder – was ist das?

Die wenigsten Menschen sind darüber informiert, was ein Blindzylinder ist und wozu er verwendet werden kann. Dazu kommt hier erst einmal die allgemeine Erläuterung dazu. Ein Zylinderschloss in einer Tür wird in die dafür an der Tür vorgesehene Öffnung eingebaut. Ein Blindzylinder wird an dieser Stelle als Ersatz eingebaut. Er ist nämlich kein Schloss zum Abschließen wie ein Zylinderschloss. Sondern dieses Bauteil ist nur eine Attrappe, um die für ein Zylinderschloss vorgesehene Einbauöffnung geschickt und unauffällig zu verdecken. Im Prinzip ist er ein massives Bauteil, dass die Form eines Schließzylinders hat, aber ohne Schließmechanismus. Eine Tür mit diesem “Ersatzteil” kann nämlich nicht abgeschlossen werden. Zum Öffnen und Schließen dieser Tür wird lediglich die Klinke benutzt.

Wo wird er verwendet?

Wozu ist er eigentlich gut? Da er keinerlei Öffnung hat und absolut dicht an der eingebauten Stelle ist, wird er gern an Schutztüren installiert. Zum Beispiel in Heizungskellern etc. Rauchgase oder Schmutz können diese Räumlichkeiten nicht durch den beim Zylinderschloss üblichen Schlüsselschlitz verlassen. Die nicht abschließbare Tür bleibt immer zugänglich für Notfälle und Kontrollen. Mit dem speziellen “Fake”Zylinderschloss wird verhindert, das bestimmte wichtige Türen aus Versehen verschlossen werden und autorisierte Personen keinen Zutritt haben. Das ist zum Beispiel auch im Labor oder öffentlichen Einrichtungen oft eine gebotene Maßnahme.

Zu den öffentlichen Einrichtungen in denen dieses Bauteil sinnvoll sein kann zählen Kindertagesstätten und Altenheime. Damit sich Kinder oder Senioren nicht unabsichtlich einsperren – zum Beispiel in WC oder Bad oder Spielzimmer oder Schlafraum – erspart eine nicht verschließbare Tür so manche Unannehmlichkeit. Das Bauteil ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Wenn es genau wie beim Zylinderschloss mit Türblatt und Klinke verbaut wird ist er dekorativ und sieht ansprechend aus. Im privaten Haushalt kann dieses Bauteil an der Kinderzimmertür aus denselben Gründe – wie oben bereits angeführt – sinnvoll sein.

Raumausstatter haben vielfach die Möglichkeit bei öffentlichen Baumaßnahmen oder Umbauten den Einbau von diesen Bauteilen zu empfehlen. Bestimmte Räume sollten grundsätzlich nicht abschließbar sein und anstelle eines Zylinderschlosses dieses Ersatzteil verbaut haben. Das können die Leseräume in der Bibliothek sein, die Aufenthaltsräume der Cafeteria in der Uni, Zwischentüren im Treppenhaus öffentlicher Gebäude mit Notausgang, Türen im Museum für ungehinderten Besucherstrom und/oder Maschinenraum im Hallenbad etc. Anwendungsbereiche sind der jeweiligen individuellen Situation an zu passen.

Gegen Zylinderschloss wieder austauschbar

Ein “blinder Zylinder” ist jederzeit wieder gegen ein Zylinderschloss austauschbar. Denn die Einbaumaße in der Türöffnung sind genormt und die Zylinder Bauteile total identisch. Die nicht verschließbare Tür muss also nicht lebenslänglich so bleiben, sondern kann bei Bedarf schnell wieder in eine von beiden Seiten verschließbare Tür umgewandelt werden. Dazu braucht es keinen großen Aufwand oder Kompetenz. Die Umwandlung ist für jeden geschickten Laien-Handwerker zu bewerkstelligen.

Halb-Blindzylinder als Variante

Als Kompromiss existieren im Fachhandel auch Halb-Zylinder. Sie können auf der einen Seite mit einem kurzen Schließzylinder ausgestattet werden und haben auf der gegenüber liegenden Türseite quasi einen massiven Blindstopfen ohne Schließmechanismus. Sie sind bestens geeignet für Räume, die nur von einer Seite abgeschlossen werden sollen.

Wo sie eingebaut werden sollen, dafür gibt es bestimmt viele verschiedene Gründe. Denkbar ist der Einbau von Halb-Blindzylindern bei Büros, Lagern, Veranstaltungsräumen, Ausstellungen, Konferenzzimmer und Praxisräume etc. Es ist von einer Seite jeweils freier Zugang erwünscht, soll aber zu bestimmte Zeiten ausgeschlossen sein. Hier sind immer individuelle Überlegungen im Spiel, ob der Einbau von Halb-Blindzylindern eine praktische Sache ist.

Maße und Gewicht

Die Einbauteile für nicht verschließbare Türen sind in verschiedenen Längen und Gewichten im Handel zu bestellen. Die Längen variieren von 45 über 50 und 84 und 95 bis hin zu 125 mm. Das sind jeweils die Verstell Bereiche, um jedes Zylinderbauteil passgenau an der Tür installieren zu können. Hier haben alle Markenhersteller dieselben Maße und Gewichte zur Auswahl. Denn alle Zylinder unterliegen Normmaßen.

Wer nicht abschließbare Türen in privaten oder öffentlichen Räumen haben möchte, der wird vom Raumausstatter professionell beraten. Er steht mit Erfahrung und genügend praktischer Tätigkeit zur Seite. Bauherr und Raumausstatter sollen immer gemeinsam die Räume bestimmen, die dieses spezielle Bauteil benötigen. Wie schon erwähnt, die Maßnahme muss nicht für die Ewigkeit sein und kann zu einem späteren Zeitpunkt wieder rückgängig gemacht werden. Eine Probephase ist bei nicht eindeutigen Gründen jederzeit möglich. Manchmal erweist es sich nur in der Praxis, ob ein diese Bauteil Sinn macht oder nicht.

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